Miteinander statt Nebeneinander

Der gemeinnützige Verein für Begegnung, Integration und ehrenamtliches Engagement in Kelkheim.

Hände, die zusammenhalten – Miteinander statt Nebeneinander

Abschlussbericht zum Fahrradkurs – aus der Kelkheimer Zeitung vom 08.11.23

Afghanische Frauen lernen in Kelkheim das Radfahren

Um sicher für den Straßenverkehr hierzulande zu werden, wurden die Afghanischen Frauen von Helfern des Vereins „Miteinander leben in Kelkheim“ – Arbeitskreis Mitte/Münster auch bei kleineren Fahrten in die Stadt und auch bei längeren Touren, hier bei der Abschlusstour, betreut.Foto: privat

Kelkheim (kez) – Seit Beginn der Sommerferien betreute der Verein „Miteinander leben in Kelkheim“ – Arbeitskreis Mitte/Münster einen Fahrradkurs für afghanische Frauen, die zu Beginn von zwei Polizistinnen mit den elementaren Verkehrsregeln in Deutschland vertraut gemacht wurden. Dann traf sich die erste Gruppe der Frauen mit ihren Helferinnen und Helfern fast täglich auf dem Schulhof der „Sindlinger-Wiesen-Schule“, wo ungestört die ersten Versuche mit dem Fahrrad unternommen werden konnten (die Kelkheimer Zeitung berichtete). Die Frauen lernten erstaunlich schnell, berichtet Peter Mauer und so gab es bald kleine Touren durch den „Sindlinger-Wiesen-Park“, ins Schmiehbachtal und nach Liederbach. Kleinere Fahrten im Kelkheimer Straßenverkehr schlossen den Kurs ab.

In der folgenden Woche startete die 2. Gruppe. Auf dem Schulhof war inzwischen ein Fahrradparcour eingezeichnet worden. Hierdurch wurden die Übungen sinnvoll unterstützt. Die Helferinnen und Helfer hatten auch Verkehrsschilder angefertigt, um das Fahren im Straßenverkehr zu simulieren. Nun konnten die Erfahrungen mit der ersten Gruppe genutzt werden. Das Übungsprogramm lief ähnlich ab, von dem geschützten Fahren im Schulhof über kleine Touren bis zu ersten Versuchen im Straßenverkehr.

Damit das Fahrradfahren in Kelkheim und überhaupt geübt werden kann, ist es wichtig, dass die Frauen über Fahrräder verfügen. Mafalda Pinto-Schneider hatte dafür gesorgt, dass durch Spenden und dem Erwerb auf Flohmärkten und im Internet Fahrräder zur Verfügung standen.

Ende Oktober trafen sich die Teilnehmerinnen und die Helferinnen und Helfer zum Abschluss des Projektes in der Gemeinschaftsunterkunft in der Frankfurter Straße. Bei dieser Gelegenheit wurden an alle Teilnehmerinnen Fahrräder gegen einen bestimmten Eigenanteil ausgegeben und die Frauen freuten sich bereits darauf, mit ihren Familien Radfahren zu können, dankten Mafalda Pinto-Schneider und allen Helferinnen und Helfern und freuten sich besonders ein kleines Stück persönliche Freiheit gewonnen zu haben. Sie berichteten auch, dass sie in Afghanistan nicht Radfahren konnten, auch nicht durften. Eine Frau erzählte von einem Anruf bei Verwanden in Afghanistan, denen sie von dem Projekt erzählt habe. Die Reaktion der Verwandten war, dass durch das Radfahren der Frauen die eigenen Traditionen zu Hause in Vergessenheit geraten würden.

Geplant ist im Frühjahr bei gemeinsamen Touren das Erlernte zu vertiefen.

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